FRAUEN SIND SUPERHELDINNEN!

Frauen in meinem Alter, Ende 20 oder ein paar Jahre älter, haben oft ein “Problem”, welches in der Theorie gesehen gar keines ist. Sie sind zu stark für die Männerwelt. Nein, nicht weil sie den Kasten Wasser alleine die Treppe hoch tragen können, sondern weil sie so unglaublich viel leisten. Frauen sind sozusagen die modernen Superheldinnen.

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Männer haben Angst vor starken Frauen

Starke Frauen verdienen ihren Lebensunterhalt selbst, wohnen allein, können Möbel aufbauen, haben einen engen stabilen Freundeskreis und teilweise sogar noch Kinder. Abhängig sein ist für sie ein Fremdwort. Sie meistern ihr Leben von außen betrachtet mit Links und das, obwohl sie keinen Mann an ihrer Seite haben. Warum sie so oft allein sind? Männer haben Angst vor starken Frauen. Sie fühlen sich “entmannt“, nicht mehr gebraucht. Wo bleibt ihre Daseinsberechtigung, wenn die Ladys ihre Unterstützung anscheinend nicht mehr benötigen? Die alten Rollenbilder haben ausgedient. Der Mann als Versorger, Schnee von gestern.

Es ist die Unsicherheit, die überwiegt

Was dabei gerne übersehen wird ist, dass diese starken Frauen sich trotz allem nach einem Partner sehnen. Sie sehnen sich nach jemandem, der sie nachts in den Arm nimmt, wenn sie von angsterfüllten Träumen geschüttelt werden, oder nur der Wind gruselig durch die Fenster pfeift. Man sieht es diesen Frauen nicht an, aber auch sie haben schwache Momente. Nach außen strahlen sie Selbstbewusstsein aus, innen ist es meist die Unsicherheit, die überwiegt. Werde ich allem gerecht? Kann ich Kind und Karriere unter einen Hut bringen? Wie schaffe ich all das, was früher zwei Partner untereinander aufteilen konnten? Wer das alleine gewuppt bekommt, muss übernatürliche Kräfte haben, oder?

Ich wünsche mir zwei starke Arme

Doch auch die stärksten Heldinnen haben Ängste. Ein sehr treffendes Beispiel ist der Heimweg. Eine starke Frau wird in den seltensten Fällen nach Hause begleitet, denn ihre Freunde wissen genau, sollte sie jemand bedrohen, würde sie ihn ohne Probleme K.O. schlagen. Werden die Ladys gefragt, ob sie gut nach Hause gekommen sind? Nein. Dass diese Frauen sich nach einem Beschützer sehnen, ist den Wenigsten bewusst. Sie möchten sich fallen lassen, den Druck der Erwartungen loswerden. Sie möchten festgehalten werden, wenn sie sich schwach fühlen. Sie möchten gewärmt werden, wenn ihnen kalt ist. Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut und ich wünsche mir, dass ich zum Beispiel ab und zu nach Hause gebracht werde. Nicht mit dem Ziel in meinem Bett zu landen, sondern mit dem Ziel, dass ich sicher und behütet ankomme. Ich wünsche mir, dass zwei starke Arme für mich da sind, in die ich mich fallen lassen kann. Starke Frauen können so viel allein, aber die Sehnsucht nach Momenten des “Loslassens” ist groß.

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Wenn ich so darüber nachdenke, müsste ich alle diese tollen Frauen in den Arm nehmen, ihnen über den Kopf streicheln und sagen: Du machst das toll du Superheldin.

Mögen wir Frauen noch so stark sein, man sollte vor uns keine Angst haben. Liebe Herren da draußen, ihr müsst den starken Frauen keine Getränkekästen mehr in die Wohnung tragen, aber ihr solltet die stabile Schulter sein, an der sie sich anlehnen können. Ihnen die Möglichkeit zu geben, die ganze Last einmal abschütteln zu können, das ist eure Aufgabe. Schätzt wert, wie wundervoll die Ladys um euch herum sind. Ich schnappe mir jetzt ein altes Bettlaken, male ein großes Superheldinnen-Wappen darauf und hänge es der nächsten starken Frau um, die mir über den Weg läuft.

Jule von Jule Blogt

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